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Keuschheitsgürtel lösen bei den meisten ein deutliches Gruseln aus. Längst gibt es moderne Varianten und manchmal kann man auf Bildern aus dem Internet einen Blick auf sie erhaschen, selten bis gar nicht sieht man sie auf Partys oder Messen. Keuschheitsgürtel sind offenbar etwas sehr Intimes.
Nachdem ich mich eine Weile mit diesen furchterregenden Dingern beschäftigt habe und mir ein wenig über meine eigenen Gefühle klar wurde, habe ich beschlossen, dass solch ein Teil meiner Freundin nicht nur gut stehen würde, sondern auch eine prickelnde Bereicherung unserer SMigen Beziehung wäre. Also habe ich mich durch das wirklich spannende Angebot der Keuschheitsgürtel-produzenten gearbeitet. Denn eines war von Anfang an klar, es sollte kein Placebo sein, - nein - ein richtiger lustdichter Keuschheitsgürtel sollte das Objekt meiner Begierden werden. Doch wie fühlt sich so etwas an, was spürt Mensch beim verschließen und verschlossen werden? Um das genauer zu erforschen habe ich mit Reinhold telefoniert, denn wer sollte sich in diesem Gebiet besser auskennen als der Inhaber einer Werkstatt, die mit viel Liebe für Design und Detail Keuschheitsgürtel produziert. Aufgefallen ist mir Reinholds vor allem deshalb, weil seine Folterinstrumente nicht aus Metall, Latex oder Leder sind, sondern aus Kunststoff.
Am Telefon begrüßt mich munter und nett Reinhold. Eigentlich hatte ich ja eher einen brummigen Folterknecht erwartet - ach ja die guten alten Vorurteile aber auch immer. Schnell sind wir bei der Sache, ein Endvierziger ist es also, der dort in seiner Werkstatt Keuschheitsgürtel aus edlen Glasfaser-Epoxid-Verbundmaterial formt und exakt dem Körper des Trägers oder der Trägerin anpasst. Aus Lust an der Sache, denn schon in jungen Jahren, war er an Keuschheitsgürteln sehr interessiert. Ein Kinofilm, in dem einer Japanerin ein Keuschheitsgürtel angelegt wurde, weckte erste Gelüste. Wie wohl so oft braucht ein Fetisch einen Schlüsselreiz. Irgendwann war es dann der Umgang mit dem Material, der Reinhold auf die Idee brachte einen Keuschheitsgürtel aus Kunststoff zu formen. Flugs entstand der Prototyp des heutigen Reinholds, weit weniger perfekt, am eigenem Körper angepasst und inzwischen um viele Raffinessen verbessert. Seither hat er nun gut zu tun, vieles wurde verbessert und ergänzt. Das Material sorgfältig ausgewählt. Heute baut er regelmäßig immer bessere Exemplare und ein Entkommen ist kaum noch möglich.
Besonders Männer sind offenbar der Lust am Keuschsein verfallen, oder sind es etwa die Herrinnen, die besondere Lust an der Keuschheit Ihrer Sklaven haben? Jedenfalls ist es wohl so, das keusche Sklaven in der Überzahl sind und daher das Herrenmodel auch bevorzugt gekauft wird. Die Anschaffung eines solchen Gerätes ist eine kleine Wissenschaft, alle Hersteller haben da so ihre erprobten Wege um am Ende etwas zu produzieren, das sitzt.
So ist es denn auch bei Reinholds. Es beginnt alles mit einem Termin, mittels Abdruck und vorgefertigten Probestücken ermittelt der Meister die Grundmaße für das neue Folterinstrument. Bei der Gelegenheit können dann auch gleich das richtige Modell für Zweck und Geldbeutel und natürlich die Farbe ausgewählt werden. Mit den wichtigsten Daten versorgt beginnt nun auf der einen Seite die Produktion, während auf der anderen Seite die lange Zeit des gespannten Wartens nicht enden will. Irgendwann ist es dann soweit, der tragefertige Grundfoltergürtel trifft ein und kann auf Herz, Nieren und Druckstellen ebenso geprüft werden, wie auf seine Sicherheit. Mindestens noch einmal kehrt der Gürtel schließlich zu seinem Hersteller zurück um perfektioniert zu werden. Vielfältig ist auch die Produktpalette die man sich am besten direkt bei Reinholds auf der Webseite ansieht. Da gibt es die verschiedensten Lösungen und Formen ganz nach Geldbeutel und Lustzweck ist für jeden etwas dabei.
Doch was macht nun den Reiz aus, seinem Partner oder seiner Partnerin einen Lustver-schluss anzulegen? Nun, dazu gibt es wohl, wie zu fast allen BDSM-Themen keine abschließende Antwort. Mich erregt der Gedanke der körperlichen Lustkontrolle. Es ist eine Fortsetzung des Fesselns für mich. Ein Drang, mir den Köper meines geliebten Wesens zu vereinnahmen.
Es ist die Macht, Ihr den Orgasmus zu verwehren, aber ihn auch zu gewähren. Wenn das unbarmherzige Schloss einrastet verliert meine Partnerin ganz plötzlich die Kontrolle über Ihre eigene sexuelle Befriedigung. Sie weiß nicht ob ich sie sogleich befreien werde, ob Ihre Leiden für die Dauer eines kurzen Einkaufs oder gar für eine längere Zeit anhalten werden... Es ist die Gier, diese Unsicherheit aufrecht zu erhalten. Die Kontrolle zu haben und sie herrschsüchtig auszukosten.
Ich weiß, dass sie diese Verschlossenheit nicht erträgt, das Gefühl verschlossen zu sein, es wird sie in die Knie zwingen. Das ist wohl der grundsätzliche Reiz, der Kick zumindest in meinem Kopfkino, denn noch besitzen wir keinen Keuschheitsgürtel. Lange Zeit war es für mich kaum interessant selbst einen Keuschheitsgürtel anzuschaffen. Grundlage und Nährboden war die intensive vertrauensgeladene Beziehung zu meiner Partnerin. Doch dann leistete sie sich eine kleine Frechheit auf ihrer Subseite, und nutzte doch tatsächlich die Freiheit, die Ihr mein täglicher Postbesuch lässt, um Ihrer Lust freien Lauf zu lassen. Nicht dass ich ein Problem mit Selbstbefriedigung hätte, es war einfach der Gedanke eine solche Eigennutzung steuern zu können, der mich scharf machte.
Nun fiebere ich schon dem Tag entgegen an dem wir bei Reinholds vorbeischauen werden um das gute Stück anzupassen. Ein Fetisch, nein, das wird er wohl nicht werden, eher ein frech-fröhlich-grausames Spielzeug. Schade eigentlich, dass man Keuschheitsgürtel so selten sieht, denn zum Verstecken sind sie doch viel zu schön. Vielleicht ist es ja auch gerade der Lustraub, der den Keuschheitsfoltergürtel so intim macht. Der Böse Dom, Top, Meister oder Herr, - eigentlich dient er ja doch meist zur Lusterfüllung, anstatt der Lustqual durch Keuschheit. Ob sich meine lustvollen und die angstvollen Erwartungen erfüllen? Davon werde ich in einem zweitem Teil berichten. Dann, wenn der Meister sein Werk getan hat. Frank |