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Ja ich gestehe, ich schlage meine Freundin, nein, niemals im Streit, doch dafür um so öfter und überall, im Bett, im Schlafzimmer, im Laden um die Ecke, am See und auch in der Disco. Und ich tue es nicht nur gern, ich tue es mit Leidenschaft.
Aber nun mal der Reihe nach. Früher, also ich meine so ganz früher, also damals als ich gerade begonnen habe meine Sexualität besser verstehen zu lernen waren da die Dinge noch recht einfach, da waren schon immer diese Phantasien, vom Fesseln und Beherrschen.
Die Rolle die ich dabei spielte waren klar verteilt, besser ich habe sie in meinem Kopf klar verteilt, aber es ging um fesseln und Macht ausüben, nie um körperlichen Schmerz oder gar um Schläge. Nein, ich bin doch nicht pervers. Die ersten SMigen Gehversuche handelten dann auch nicht vom Schmerz zufügen. Die Lust zu schlagen, diese intensivste Form des Berührens auszuüben kam erst viel später und das sie gar ein zentraler Teil meines SM ist, das wurde mir erst vor einigen Monaten so richtig klar.
Noch vor gut einem Jahr hätte ich mich kaum als Sadist bezeichnet, der Begriff war mir dann doch mit zuviel Gewalt besetzt. Alles Quatsch, wie ich bald zugeben musste. Die heftige Berührung nackter Haut, die scharfen Reaktionen, die ich mit der flachen Hand auf einem Po auslöse, die Lust in einer Art meditativer Stimmung zu verfallen, die Welt um mich herum einfach auf mich mein Opfer und die mehr oder minder heftigen Klatschgeräusche zu reduzieren versetzt mich schnell in eine Stimmung unbremsbarer ungezügelter Lust.
Nein, schlagen hat für mich aber auch so gar nichts mit Strafe zu tun. Auch wenn es immer wieder ein auch von mir gern angewandter Vorwand ist. Ich schlage weil ich liebe und ich schlage nur, was ich liebe. Denn gerade dieses Privileg einem Menschen Schmerz zufügen zu dürfen, ihn in einer Art berühren zu können, die keinem Anderem erlaubt ist, das macht einen großen Teil der Lust aus. Die Flag-Session ist gekennzeichnet von einem starken Respons, wer mit dem kleinem listig fiesen "Puls"-Teppichklopfer einen Po langsam in ein anhaltend rotes Feld verwandelt ist auf die Reaktion seines Opfers angewiesen, beobachtet genau die Veränderungen in der Körperhaltung, lauscht auf die Atemfrequenz, die spitzen Schreie oder die stummen Signale, die Lust oder auch Frust bedeuten können.
Sich mit seinem Partner vollständig beschäftigen, das macht SM immer wieder für mich aus, Flag-Sessions sind ein möglicher Weg dies zu erreichen. Und auch die alten Werte, das Spiel mit der Macht und der Ohnmacht haben plötzlich wieder einen Platz gefunden. Was für ein Genuss, ein gefesselter Körper, Sie gehört jetzt Dir, mach mit Ihr was Dich aufgegeilt. Gedankenfetzen eingeflüstert von dem Teufelchen auf meiner Schulter. Diese Macht, Lust zu erzeugen und im nächsten Moment pure Angst, weil das gewählte Instrument mit scharfen Schmerz verbunden ist, unerträglich erscheint und weil klar ist, daß es unerbittlich zum Einsatz kommt. Das Tabu zu brechen die empfindlichsten Stellen des Körpers, einer Peitsche preiszugeben, das macht wohl die Lust des Flagellanten aus. Die pure Gier den geliebten Körper und den Geist des Anderen herauszufordern, ihn zu spüren, ihn zu begehren - was soll daran abstoßend und schlecht sein? Es ist Liebe und zwar Liebe pur.
Eine weitere schöne Seite an einem Klaps auf den Po: er ist so richtig schön gesellschaftsfähig, jedenfalls deutlicher als eine Faust in der Muschi oder eine nette Japanbondage in der Disco. Das Hintern versohlen auf freiem Felde wird da schon eher hingenommen und der Publikumsgeile Sadist in mir fordert diese fragenden, staunenden oder selig lächelnden, ganz selten peinlich berührten oder auch mal von gier erfüllten Blicke nur allzu gern heraus.
Frank |